11.06.2011
17:13

   
 

118 Stunden Aufnahmezeit am Stück.....

Heute habe ich an der EX1R eine 2 Terrabyte Festplatte von Seagate angeschlossen und formatiert. Das ergibt dann unglaubliche 5 Tage ununterbrochener Aufnahmezeit!

Leider sind Festplatten mit einer externen Stromversorgung nicht unproblematisch. Sie brauchen deutlich länger zum Hochfahren und verlieren dadurch öfters den Kontakt zur Kamera. Richtig sicher ist das in der Filmpraxis nicht. Stöpselt man sogar die Stromversorgung der Festplatte vor dem Abschalten der Kamera ab, so wird sie anschließend nicht mehr von der Kamera erkannt und muss neu formatiert werden.... also extreme Vorsicht.

Was gibt es sonst Neues?

Sony hat nun eine neue Firmware für die EX1R herausgebracht:
Binary Package V1.20 [ SS03MA_1.ZIP, 12.07 Mb ]
Bitte entzippen und Anweisung lesen.

Release Note
Major functions updated with V1.2
Clip names
User-specified characters can be displayed (MP4/AVI).
Planning metadata
Shooting with planning metadata is possible.
• Planning metadata can be read from recording media inserted
into a memory card slot.
• The planning metadata to be read can be selected.
• Clip names based on names defined in planning metadata can
be specified.
• Clip names can be specified in languages other than English.
• More shot marks can be added.
• Shot mark names can be specified in languages other than
English.
• Shooting information can be reflected in planning metadata.
• Information contained in planning metadata can be viewed.
Picture cache recording
When recording was performed in picture cache mode (picture
cache time: 13 to 15 seconds) with i.LINK output, the cache data
in memory was sometimes not recorded. That problem was
corrected.

Es gibt nun einen neuen Menüpunkt für Clip Metadaten, für mich eher uninteressant. Dadurch ist nun auch ein neues EX1R Handbuch nötig, hier in Deutsch: EX1R_Handbuch.pdf

Ab Seite 100 sind die neuen Funktion dort beschrieben.

   

15.06.2011
16:42

   
   
 

Unerwünschte Flugobjekte....

Ein Zeitrafferprojekt machte mich in den letzten Tagen fast wahnsinnig. In mehreren Stunden erzeugte ich einige Zeitrafferclips, von denen ich annahm, dass diese besonders schön auf einem großen Bildschirm in FullHD zu betrachten sein. Auf meinen Schnittplatz stellte ich dannn entsetzt fest, dass fast die gesamten Aufnahmen mit wandernden schwarzen Punkten versehen waren. Es hatten sich irgendwelche Insekten während der Dreharbeiten auf dem Objektiv niedergelassen. Mal saßen sie einige Sekunden fest oder krabbelten sogar quer über das gesamte Objektiv. Ich nehme an, dass die Beschichtung der Filter eine besondere Anziehungskraft auf Insekten auswirkt, es könnte die reflektierende UV Strahlung sein, die alle flugfähigen Insekten aus weiter Entfernung magisch anzieht.

Um trotzdem das Projekt noch fertig stellen zu können, habe ich mir ein Insekten Vertreibungsgerät gebastelt, siehe roter Pfeil. Es besteht eigentlich nur aus zwei  12V Ventilatoren die mit Akkuspannung versorgt werden können und beide Lüfter erzeugen zusammen einen Luftstrom von über 100 m³ in der Stunde. Diesen starken Luftzug scheinen keine Fluginsekten zu mögen, jedenfalls hat der erste Probelauf keine Insekten mehr auf dem Kameraobjektiv landen lassen.  Jetzt warte ich nur noch auf das passende Wetter um die Aufnahmen wiederholen zu können

Ein MagicArm ist am Griff des Statives befestigt und bewegt bei einem Schwenk die beiden Lüfter mit.

Die beiden Lüfter erzeugen im Kompendium starke Luftwirbel. Leise Tonaufnahmen sind natürlich so schwer möglich, ein Mikrofon müßte ca. 1,5 Meter entfernt stehen.

   

18.06.2011
17:42

   
   
 

Auto FB Adjust

Meine Filme werden oft für große Projektionen auf Messen verwendet, daher sollte die Bildqualität, besonders in der Detailauflösung einer Bluray in nichts nachstehen. Dieser Anspruch ist nicht so leicht zu erfüllen, zwar steht inzwischen auch auf jeder 200 € Kamera FullHD dort drauf und der gelieferte Stream auf der Speicherkarte ist auch in Full HD, aber das bedeutet nicht automatisch, das die geschossenen Bilder auch den Anspruch an Full HD erfüllen. Ich vergleiche das immer mit einem fleißigen Filmer, der seine alten VHS Aufnahmen auf Bluray kopiert, der Stream auf der Bluray ist zwar Full HD, aber die VHS Aufnahmen besitzen immer noch die schwache Detailauflösung einer analogen VHS Aufnahme.

Leider musste ich feststellen, dass meine EX1R in der Bildleistung langsam aber sicher stetig abnimmt. Ob dies Alterungsprozesse innerhalb der Kamera sind, oder durch Temperaturschwankungen ausgelöst wurde, weiß ich nicht. Jedenfalls musste meine Kamera innerhalb von sechs Monaten zweimal nachjustiert werden. Bei meinen letzten kleinen Kamerakurs fiel mir diese schwache Abbildungsleistung bei 1920X1080 auch bei anderen EX1R auf. Es betraf immer den Weitwinkelbereich unterhalb der Blende F4. Eine Kamera ließ sich gar nicht mehr ab 10 m richtig Fokussieren bzw. alle Objekte weiter als 10 m entfernt waren unterhalb Blende F2.8 massiv unscharf. Schuld daran ist das Objektiv der Kamera, hier hat sich die „Back Focus“ Justierung verschoben. Normalerweise müsste die Kamera an Sony zur Justierung überlassen werden, das kostet Geld und vor allem Zeit.



Um selber diese Wartungsarbeit übernehmen zu können, benötigen wir ein Hilfsmittel, den Siemensstern. Leider ist diese Fokussierungshilfe im Fachhandel sehr teuer, ich habe aber eine Möglichkeit entdeckt einen Siemensstern für ca. 20 € zu bekommen, einfach digital drucken lassen. Dazu stelle ich hier ein PDF Dokument eines Siemenssterns zur Verfügung.

Ich habe dieses PDF als Plakat DIN A2 Digital in schwarz-weiß hier drucken lassen. Innerhalb von zwei Tagen lieferte die Druckerei eine Posterrolle die ich mit Sprühkleber auf eine Holzplatte geklebt habe.

Wie kann ich feststellen ob der Backfocus meiner Kamera noch in Ordnung ist. Ganz einfach, wir öffnen die Blende komplett auf (F1.9) und fokussieren ein in voller Telestellung ein weit entferntes Objekt scharf an (am besten per HDMI auf einen großen Flat kontrollieren), gehen dann in die Weitwinkelstellung und schauen ob dieses Objekt noch scharf bleibt, sind wir nicht ganz sicher, können wir auch in dieser Weitwinkelstellung noch am Fokusring ein wenig drehen, würde es dann schärfer, ist der Beweis erbracht, dass der Backfocus auf keinen Fall mehr stimmt. Ich hatte bei einer Kamera aber auch schon das Problem, dass in der Weitwinkelstellung und bei Blende F1.9 alle Objekte weiter als 10 m nicht mehr Scharf fokussieren konnten. Hat man das Objektiv etwas abgeblendet zum Beispiel auf F4 fällt dieser Objektivfehler nicht sofort auf, erst wenn wir diese Bilder auf einem großen Bildschirm betrachten, fangen die Weitwinkel-Bilder an „weich“ zu werden.
Nun, was muss ich machen um die Backfocus selber einstellen zu können:

  1. befestige den Siemensstern auf einen neutralen Grund, möglichst ohne Struktur
  2. die Kamera 3 m entfernt vom Siemensstern mit einem festen Stativ positionieren
  3. Stelle die Auflösung der Kamera auf FullHD 50i oder 60i
  4. bringe das objektiv in die manuelle Stellung
  5. Stelle die Blende manuell fest auf F 1,9
  6. schalte den Makroschalter aus
  7. schalte den Zoomschalter ein, so dass sie Kamera selbstständig zoomen kann
  8. schalte den ND Filter aus
  9. eventuell unscharfe Picture Profile abschalten
  10. Stelle nur mit dem Shutter  eine richtige Belichtung auf dem Siemensstern ein
  11. sei sicher, das bei der Gainschaltung L = 0dB hinterlegt ist
  12. Schalte den Weißabgleich auf automatischem Weißabgleich ein (Weißabgleich sollte stimmen)
  13. Zoome in die volle Telelstellung und bringe den Siemensstern genau in die Bildmitte
  14. nun klappe den LCD Bildschirm der Kamera  ein
  15. schalte die LCD Hintergrundbeleuchtung aus
  16. Schalte den Gainschalter auf H
  17. drücke auf der Rückseite der Kamera „Cancel“ die“ Menüswalze“ und „Menü“ gleichzeitig
  18. schaue nun in den Sucher und wähle im jetzt neu angezeigten Servicemenü „FD Adjust“ an

Nun durchläuft die Kamera vollautomatisch die Backfocus Justierung durch. Ich möchte noch einmal betonen, dass es dabei ganz wichtig ist, die Blende F1.9 zu benutzen - d.h. die Blende voll geöffnet ist, nur dann ist eine Justierung auch erfolgreich. Ich würde darauf achten, dass alle Störung während der Justierung ausgeschlossen sind, wie zum Beispiel das Licht ein und ausgeschaltet wird, die Kamera berührt wird, der Akku durchhält usw.
Wer möchte, kann über ein HDMI Kabel diesen Prozess auf einen großen Flat Bildschirm kontrollieren. Wenn ich nun Testaufnahmen vom meiner frisch justierten Kamera mit den Testaufnahmen kurz nach dem auspacken der Kamera vergleiche, so muss ich sagen, dass meine selbst justierten Kamera ca. 100 Linienpaare nun besser im Weitwinkel auflöst als vom Werk damals die EX1R ausgeliefert. In Verbindung mit meinem PP „0 dB“ erreiche ich nun bei 24/25p ca. 90% der Detailauflösung einer guten Bluray.
Hier noch einmal die kurze Zusammenfassung in einem Video gezeigt:


Keine Angst vor dieser Arbeit, sollte einmal etwas schief laufen, lässt sich dieser Prozess immer wieder neu wiederholen. Ich glaube auch, dass entgegen den Sony Vorschriften eine justage bei FullHD 25p oder 24p wegen der gesteigerten Detailauflösung nochmals ein wenig genauer ist.
Ich möchte darauf hinweisen, dass alle hier die gezeigten Servicearbeiten auf eigene Gefahr geschehen, man sollte also wissen was man macht. Auch sollten die anderen Servicemenüpunkte nicht verändert werden, da einige Punkte wirklich nur mit teuren Messgeräten wieder richtig justiert werden können, also Finger davon!

 

 


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