ÜBER MICH

 
 

Über mich und eine kurze Geschichte der Zeit

Ein paar wichtige und auch manchmal total unwichtige Stationen aus meinen Leben:

1960-1970

Als kleiner Junge bekam ich Ende der 60er Jahre ein DUX Kino 68 geschenkt, damit fängt glaube ich meine Geschichte über bewegte Filme richtig an. Dieser kleine Projektor brachte die Firma Markes & Co auf den Markt und wurde mit einer kleinen Handkurbel aus Plastik bedient, die Stromversorgung für die eingebaute Fahrradlampe bestand aus 3 Stück teuren Monozellen. Wie das bei kleinen Jungs so ist, brach nach kurzer Zeit die Handkurbel ab und ich konnte meine stattliche Zahl an Normal 8 Zeichentrickfilme nicht mehr schauen. Ein kleiner Umbau mit viel Klebeband und einem Legomotor machte aus der vormals unrund laufende Projektion ein Luxusprojektor, auch konnte jetzt der 4,5V Motortrafo die Projektorbirne speisen. Früh bemerkte ich, dass mit etwas Fantasie vieles verbessert werden kann.

1970-1980

Nachdem ich einige Experimente mit meinem neuen Chemiebaukasten Weihnachten 1970 nach Anleitung gemacht hatte, langweilte ich mich beim Betrachten der abgedruckten Chemischen Formeln. Nach diversen Analysen chemischer Elemente mit Hilfe der Flammenfärbung richtete sich mein Augenmerk sehr schnell auf die Strahltriebwerke und den praktischen Raketenbau. Erste Versuche im heimischen Keller mit diversen Chemikalien (in den 70er Jahren konnte man so was noch in jeder Apotheke kaufen) waren ernüchtern, einige Explosionen erschütterten massiv den Garten, ließen aber das Stahlrohr nicht in den Himmel steigen. Heute bin ich meinen Schutzengel dankbar, das ich noch alle 10 Finger an den Händen besitze.

Zum Geburtstag 1972 gab es dann meinen ersten Elektronikbaukasten, hier entdeckte ich als 12 jähriger meine Leidenschaft für analoge Schaltungen und dem Lötkolben. Auch kam ich in den Besitz eines großen Spulentonbandes und produzierte einige kleine Hörspiele, die sehr gerne auf dem Schulhof getauscht wurden. Es waren einige gewagte Klangexperimente dabei, die erforderlichen Bauteile dafür entnahm ich dem Elektronikbaukasten. Sehr interessant war eine Schaltung für einen kleinen UKW Prüfsender, nachdem ich die Ausgangsleistung durch den Tausch einiger Bauteile erheblich erhöhen konnte, ging nach Schulschluss meine eigene Sendung „On Air“.
Erkennungsmelodie war damals Alice Coopers „School's out“, mein Sender auf 104 Mhz hieß damals Radio Paul International, naja, International war damals etwas hochgegriffen, die Reichweite des Senders betrug ca. 500 Meter und erreichte damit die meisten Schulkameraden. Die Mischung aus Rockmusik und kurzen eigenen Hörspielen war sehr beliebt, erreichte aber nicht alle „wichtigen“ Schulkameraden. Also legte ich alles Taschengeld mit meinem Freund Andreas zusammen und wir holten uns 50 Meter Isolierten Draht als Antenne. Da ich nicht Schwindelfrei bin, musste Andreas Abends im Dunkeln die 50 Meter Draht auf die Dächer der Reihenhaussiedlung unbemerkt verlegen. Die Reichweite erhöhte sich kaum, aber dafür hatten einige Anwohner plötzlich einen sehr schlechten Fernsehempfang, so beschränkte sich die wöchentliche Sendung nur auf dem frühen Nachmittag. Damals gab es nur 3 Fernsehprogramme die auch erst Nachmittags begonnen, es war damit eine friedliche Koexistenz gegeben, wie ich meinte. Als ich eines Tages von der Schule kam und in unserer Straße ein gelber Funkmesswagen der deutschen Post mit ausgefahrenen Richtantennen stand, ließ ich mir noch vom netten Postonkel die ganze Technik im Messwagen erklären und war froh das ich noch nicht auf Sendung war. Ein Radio Paul International wurde seit diesem Tage nie wieder im Radio gehört.

Dreharbeiten auf Super 8 in den schrillen frühen 70er Jahren, die Kamera ist eine etwas umgebaute (optimierte) Revue S8 Deluxe.

Ein geschenkter 16mm Projektor mit ein paar SW Filme brachte mich wieder zum Film. Mich befriedigte aber nicht nur Filme anzuschauen, es war mir viel zu passiv. Nachdem ich meine 16mm Schwarz-Weiss Filme mit bunten Filzstiften ein wenig Farbe einhauchte, verlegte ich mich auf Trickfilme, sie wurden auf transparenten 16mm Filmresten von Hand Bild für Bild aufgemalt. Schnell entstand der Wunsch auch selber richtige Filme zu machen und 1974 bekam ich meine erste Super8 Filmkamera von Foto Quelle. Hier drehte ich zunächst in der Stop-Motion Filmtechnik mit Spielzeugpanzer und Plastiksoldaten einige grundlegenden Schlachten nach, meine Chemiekenntnisse konnte ich für die erforderlichen Special Effekts gut einsetzen. In einer Garage wurde ein kleines Straßenkino eingerichtet, in der meine Filme immer sehr gerne von Kindern aus der Umgebung gesehen wurden. Das Kino erhielt durch meine inzwischen ausgebauten Elektronikkenntnisse auch den ersten „Erdbebensound“, ein 38cm Basslautsprecher mit einem umgebauten Gitarrenröhrenverstärker machte das in der Garage möglich, wir waren alle nach den Vorführungen immer fast taub und die Nachbarn oft sehr ärgerlich.
Das Problem war damals das Bild und den Ton vom Tonband synchron hinzubekommen. Wenn ich heute zurückblicke, waren meine ersten Filme die wirklich erste Abrüstung in den deutschen Kinderzimmern, sehr schnell hatte kein Kind mehr in der näheren Umgebung heile Plastikpanzer, meine kleinen Explosionstechniken wurden immer ausgeklügelter und auch effektiver, der Plastiksoldat starb im Bremer Osten in den 70er Jahren sehr schnell aus.

Meine frühe "Postproduktion" ca. 1976 in meinem Dachbodenstudio mit angebauten Vorführkino.

Anfang der 70er Jahre entdeckte ich auch das Kino für mich und war sehr beeindruckt von Stanley Kubricks 2001, damals noch in Super Panavision 70 gedreht und auch extrem breit auf einer gewaltigen Leinwand in einem Bremer Kino abgespielt. Die optischen Effekte im Film waren zu dieser Zeit einfach revolutionär. Sogar der Filmbeginn war für mich bis dahin ungewöhnlich, noch beim schwarzen Filmbild beginnt das Musikstück "Atmospheres" von György Ligeti, gespielt vom SWR Sinfonieorchester Baden-Baden.

Original 70 Millimeter Film, 2001 a space odyssey, ein kleiner Filmschnipsel aus meiner Kinofilmsammlung.

Der nächste Filmhammer war für mich Steven Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art". Hier sah ich zum ersten mal in den nächtlichen Landschaftsszenen einen wunderschönen Sternenhimmel. So etwas wollte ich auch machen können und baute mir auf dem Dachboden ein kleines Trickstudio aus. Mit Super 8 ließen sich solche schönen Effekte nur mit Hilfe von Doppel oder Dreifachbelichtungen durchführen, leider ließ die Super 8 Kassette kein längeres Rückspulen des zuvor belichteten Filmes zu, also baute ich mir eine S8 Rückspulvorrichtung und eine kleine optische Bank, die auch einige tolle Effekte ermöglichte.

Natürlich waren meine damalige Super8 Kameratricks stark aus dem Science Fiction Bereich geprägt.

Was ist sonst noch in den 70er Jahren passiert? Ach ja, nach einigen Erfolgslosen Bewerbungen als Radio und Fernsehtechniker begann ich 1976 eine Lehre als Werkzeugmacher (Feinmechaniker) bei einer großen Bremer Firma in der Abteilung Formenbau. Hier lernte ich schwierige 3D Stahlformen nach Plänen gezielt und auf den hundertsten Millimeter genau zu fertigen.

1980-1990

Das neue Jahrzent begann bei der Bundeswehr, 15 Monate Wehrpflicht riss mich aus meinen bis dahin behüteten Leben und öffnete mir die Augen wie die Welt wirklich ist. Auf meiner Stube waren einige Jahre Knast versammelt, die mir beibrachten wie ich mit Hilfe von zwei Rasierklingen, zwei Streichhölzern und einem abisolierten 220 Volt Stromkabel Wasser heiß machen kann. Das war eigentlich das Einzigste was ich dort an brauchbaren Tipps gelernt habe, wer weiß wozu ich dieses Wissen noch einmal brauche?

1980 Mein erster Mercedes 280 CE mit blauer Lederausstattung, an Film war in dieser Zeit nicht mehr zu denken.

Super 8 war plötzlich Out, Video war In. Leider konnte ich mir 1981 die Videokameratechnik für Aufnahmen nicht leisten (schlechte und teure Röhrenkameras), ich beschränkte mich auf einen Panasonic VHS Rekorder für 2000 DM und hatte einige dunkle Kanäle für aktuelle Spielfilme auf VHS aufgebaut (eine VHS Leerkassette kostete damals noch 35 DM), kurze Zeit später schossen die Videotheken im ganzen Land aus dem Boden. Mein Interesse an Film beschränkte sich nur noch auf das konsumieren von Hollywoodfilmen und das Nachtleben in Diskotheken wurde wichtiger. Auch kaufte ich mir meinen Traumwagen, einen älteren blauen 280er Mercedes Coupe und war sowieso jetzt mit wesentlich wichtigeren Dingen im Leben beschäftigt. Mein Musikgeschmack ist bis heute aus dieser Zeit geprägt, wesentlicher Anteil hatte das Bremer Drön, richtiger Aladin Musik Hall genannt. Der damalige Kassettenabspieler Norbert Krüler hatte eine wirklich erlesene Musikauswahl und mein sauer verdientes Geld ging in Benzin und Schallplatten drauf (Ingos Plattenkiste in Hamburg). Wer kennt noch heute Goddo (Under my hat) oder Carolyne Mas (Sittin' in the Dark) oder ab 22 Uhr die legendäre Aladin Pizza? Eine manchmal wilde aufregende Zeit (bei mir auch ohne Drogen). Meine Kreativität Anfang der 80er bestand nur aus Aufkleber und Kassettenhüllen zu entwerfen, die professionell gedruckt auch in 1.000er Stückzahlen einen reißenden Absatz erfuhren.

1981 Eigene Kassettenhüllen waren damals in der Szene Pflicht, hier noch völlig ohne Computer gestaltet. Kennt noch jemand Letraset Buchstaben zum aufrubbeln?

Ende der 80er Jahre entdeckte ich für mich außer fotografieren mit einer Hasselblad Mittelformatkamera, BASIC als Programmiersprache. Auf einem MSX2 Video-Computers programmierte ich eine fast Echtzeit Effektsoftware. Im Prinzip wurden nur bestimmte Adressen des eingebauten MSX Videodigitizer verbogen, was eine völlige Verzerrung der Videodaten zur Folge hatte. Meine Software konnte 64 verschiedene Verfremdungseffekte mit nur wenigen Millisekunden Verzögerung am Videoausgang liefern, die so optisch ein wenig in Richtung Wärmebildaufnahme erinnerte, damals völlig aufregende neue Bilder. Hier stellte ich auch auf den ersten Computermessen aus und etwas später forderten Leute aus der Hardcore Kunstszene mich mit dem Grafikcomputer für einige Events an. Es folgten ein paar Computerkunst Aktivitäten, die auch durch die Presse gingen und zum erstenmal teilweise die elitäre Kunstwelt gegen mich aufbrachte. Es war für mich interessant anzuschauen wie man mit einigen gewagten Thesen gegen den Strich, den Elfenbeinturm der Kunstwelt in Bewegung bekommt. In dieser Zeit lernte ich auch etwas über den Umgang mit der Presse (Radio und TV).
Ich machte meinen Meistertitel im Metallhandwerk und bestand die Prüfung als Einzigster in Bremen mit einer Auszeichnung, ein Bremer Senator überreichte mir dabei eine Urkunde und eine Kiste guten Ratskellerwein, - einen guten trockenen Rotwein mag ich noch heute gern. Für eine kurze Zeit machte ich nebenberuflich eine Beratung über Stahlformen bei einer bekannten Lautsprecherfirma, hier im Vorführraum entdeckte ich meine liebe zu hochwertiger, dynamischer und räumlicher Musikwiedergabe, auch wenn ich mir selbst damals keine sehr guten Hornlautsprecher leisten konnte.

19 Juni 1993 im Lichthaus, rechts im Bild die interaktive Schleuse im Eingangsbereich an die jeder Besucher vorbei musste, "Echtzeitsystem" mit Basic programmiert auf MSX-Videobasis.

Nachdem Radio Bremen für die Ausstellung Werbung machte, brach fast die Kasse zusammen.

1990-2000

Hier passierte etwas Entscheidendes, der Amiga 2000 Computer mit einer leistungstärkeren Turbokarte erblickte die Welt. Seine Grafikfähigkeiten waren unbeschreiblich und ich stürzte mich von Kopf bis Fuß in das sogenannte Raytracing hinein, hier berechnete ich tagelang zuvor erstellte Bilder und Animationen. Auch meine ersten Kunstfilme erstanden in dieser Zeit und sind angeblich noch heute in Linz im Museum archiviert. Auch die Ausstrahlung eines Wettbewerbsfilmes im NDR Cebit Messefernsehen machte mich Stolz und öffnete mir einige Türen. Als dann im Rahmen eines Kulturprogramms mein Film im Kommunalkino auf großer Leinwand vor Publikum lief, war ich wieder zurück zum kreativen Film. Ich kaufte mir einen großen Schultercamcorder (SVHS) und konnte nach Geschäftsschluss bei einem Videoausstatter nachts die professionellen Geräte für meine Zwecke benutzen, ich hatte plötzlich Zugriff auf sündhaft teure Videotechnik.

1994 Mein kleiner Messestand in der Bremer Stadthalle, Portfolio damals: Animation mit Lightwave 3D, digitale Postproduktion aus dem Amiga.

Schnell verstand ich aber, dass selbst eine 80.000 Euro Videoausstattung nicht von selbst gute Filme macht, es ist der Mensch mit seinen Ideen der hinter dieser Technik steht. Beruflich veränderte ich mich durch meinern Meistertitel und konnte im Außendienst benötigte Dienstleistungen und Maschinenteile für meine Firma in Millionenhöhe einkaufen, das war für mich eine sehr wichtige Zeit um erfolgreiche Verhandlungen und den richtigen Umgang mit Mitmenschen im Geschäftsleben zu erlernen. Nebenberuflich konnte ich schon die ersten kleinen Industriefilme auf VHS verkaufen, ich schaute mir Industriefilme (Spitzenproduktionen) aus den USA an und erlernte so einen anderen Stil als in Deutschland zu dieser Zeit in Messefilme üblich war. Erforderliche 3D Computeranimationen konnte ich mithilfe des Amigas und einer sehr teuren Videohardware selber erstellen. Meinen fotografischen Blick schärfte ich durch Besuchen von guten Fotoausstellungen, lesen von Architekturbüchern und anderen Designzeitschriften, ich sauge das Material von guten Künstlern bis heute in mich auf.

Beruflich passierte auch wieder eine Menge, der Firma in der ich arbeitete ging es Ende der 90er immer schlechter und meine grafischen Computerkenntnisse wurden in der Betriebsbuchhaltung gebraucht, ich wurde als technischer Kontroller befördert, verdiente sofort etwas mehr Geld und das für einen von nun an geregelten 7,5 Stunden Arbeitstag. Hier erstellte ich für den Vorstand die aktuellen Monatszahlen in kreativer Farbgestaltung, die Farbe Rot durfte aber nicht vorkommen, das war nicht immer leicht bei monatlich steigenden Verlusten. Bis es 1999 zum Rundumschlag kam, die Firma wurde teilweise aufgelöst und ich war plötzlich über. Ich konnte wählen, entweder eine hohe Abfindung für 22 Jahre Betriebszugehörigkeit nehmen oder zurück an die Werkbank gehen, für mich war es sofort klar, ich nahm die Abfindung und veränderte mich nun radikal.

1993: Dreharbeiten zu einem LowCost-Imagefilm über eine Roboterfertigung von Automatikgetrieben. Hier die erste Szene mit Schauspielerin und neuster Mercedes S-Klasse.

Der Systemausstatter verkaufte mir meine erste eigene digitale DVCAM Schulterkamera von Sony, einiges weitere an Zubehör verschlang fast meine gesamte Abfindung, aber auch das Arbeitsamt unterstützte mich tatkräftig und verhalf mir noch zu einer Schulung (12 Monate Screendesign) in Hamburg an der Akademie für elektronisches Publizieren. Hier lernte ich einige Menschen aus der Medienwelt kennen und erhaschte so teilweise einen ersten tiefen Einblick in die Welt der Werbeagenturen, hinter die Kulissen sozusagen.

Mein Arbeitsplatz 2007 für die HD Videobearbeitung, AVID.

Auch lernte ich hier in der Nachbarklasse "die Filmleute" kennen, was teilweise dort für eingebildete Figuren herumliefen, war schon nicht mehr lustig. Jeder der einmal am Arri Scheinwerfer drehen durfte benahm sich so, als wenn er ein Mister Spielberg persönlich sei, dieses Verhalten ist mir später noch öfters bei einigen „Filmleuten“ aufgefallen. Mein Abschlussfilm war ein 30 Sekunden Erotikfilm (Mein Motto: In der Kürze liegt die Würze), der erste erotische Film der an dieser konservativen Akademie wohl erstellt wurde, das Stöhnen der weiblichen Stimmen am MAC Schnittplatz zog immer wieder Besucher vom Flur magisch an. Meine Hauptdarstellerin war ein nacktes, aufgetautes Hähnchen in von mir selbst genähter Reizwäsche & Strapse, das über Drähte animiert für eine Telefonsexnummer Werbung machte. Ich bestand die Abschlussprüfung mit der selten vergebenen Note „Sehr gut“.

Leistungsstarke Beamer erlauben auch eine hochauflösende HDV Kinoprojektion auf Messen.

Schon während der Schulung in Hamburg arbeitete ich für diverse Werbeagenturen und leistete zuerst nur einzelne Szenen (Animation / Green Screen), später aber auch kleinere Werbefilme ab. Es folgten auch noch 360 Grad Fotoarbeiten (Spheron) für einen bekannten Autohersteller und einige CDROM-Projekte für die Pressearbeit.

Mein breitestes Filmformat lief auf der Hannovermesse Industrie 2002, Rückprojektion 60cm hoch und fast 6 Meter breit. Das spezielle Breitformat erforderte eine völlig andere und präzise geplante Bildgestaltung.

 

Für einen Werbespot über Navigationsgeräte wird der Sportwagen mit einem eigenen entwickeltes Beleuchtungssystem (Hochfrequenzneonlicht) im innenraum eingemessen.

 

2000-2009

Inzwischen lebe ich als Freiberufler komplett von der Erstellung und Beratung von Medieninhalten, Screendesign und Industriefilmen, ich kann dank meiner Vorgeschichte sehr schnell technische Abläufe verstehen und diese hoffentlich immer für den Kunden wirtschaftlich sinnvoll in gute Bilder umsetzen.

Im Jahr 2000: Hasselblad mit einem 16 Megapixel Kodak Digipack, traumhafte Objektive zaubern mit der richtigen Einstellung überzeugende Katalogfotos.

Innen- und Detailaussenaufnahmen einer gesamten Fahrzeugflotte ....

... mit einer sehr teuren Spezialkamera für digitale Kugelbilder, wie sie auch von Industrial Light and Magic (Lucasfilm) eingesetzt wird. Jedes Einzelbild besteht aus mehreren Gigabyte Daten, die echte optische Auflösung beträgt vertikal 5.3 K - horizontal ist sie abhängig von der verwendeten Brennweite (minimum 10 K, jedes Bild hat also mindestens 53 Megapixel mit 48 Bit Farbtiefe).

Auch habe ich gelernt, dass man nicht alles Selbst machen muss (obwohl ich nicht richtig teamfähig bin, Kompromisse? Nein danke!), den Filmtext kann ein guter Journalist besser machen, ein richtig gut ausgebildeter Sprecher klingt im Tonstudio einfach besser und die Musik sollte auch jemand machen der etwas davon versteht. Das alles kostet natürlich Geld und mein Arbeitsbereich sind heute meist Produktionen zwischen 6.000-60.000 Euro. Deshalb buchen mich auch nur Marktführer von erfolgreichen Produkten oder Kunden aus dem Energiebereich. Für Agenturen arbeite ich fast gar nicht mehr, hier wird mir oft zu viel diskutiert und nach Entscheidungen gerungen, wenn man dann sich das gefundene Ergebnis anschaut, bleibt meist von der Ursprünglichen großen Idee nicht mehr viel übrig. Auch der menschliche Umgang (mir sehr wichtig) bleibt dabei meist auf der Strecke. Ein direkter Kontakt zu dem Geschäftsführer eines Produkts ist viel erfrischender und macht allen Beteiligten mehr Freude.

Selbsterklärende (Stummfilm) bewegende HD Exponatfilme gehören auch zu meiner Dienstleistung.

Jahr 2000: Greenscreen Aufnahme für einen Kundenfilm, mein selbstgebauter Teleprompter unterstützt den Schauspieler beim Textsprechen ......

..... und schaut nach der Postproduktion mit "eyeon digital Fusion" so auf der 6 sprachigen DVD aus.

Mit meinem ersten Blog ende 2005 fing alles an, hier berichtete ich über meinem Wechsel von teurer Profihardware zum preisgünstigen HDV System. Daraus ist sehr schnell ein HighDef Blog geworden, der in der ganzen Welt gelesen wird. Ungefähr 4.000 Menschen lesen durchschnittlich 15.000 Seiten täglich, ob Sommer oder im Winter, 365 Tage im Jahr. Besonders die Kameravergleiche wurden gerne gelesen und mein gedrehtes hoch aufgelöstes Testmaterial in mehreren Terabytes herunter geladen.

1999: Das fliegende Auge. Unter dem Modellhubschrauber ist eine DVCAM Kamera vibrationsfrei montiert.


2010: Hannovermesse Industrie, Messefilm in HD für eine Videowall.

2010-Heute

Seit 2006 drehe ich beruflich nur noch in hochauflösenden Bildern, ich war am Anfang sehr skeptisch der neuen Technik gegenüber und bin nun völlig süchtig nach einer möglichst hohen Bildauflösung auf grossen Bildschirmen. Meine gedrehten Bilder müssen helfen zu verkaufen. Mein Beruf ist es, Kunden den Mund wässrig zu machen. Es gibt immer eine Neuheit für einen aktuellen Messefilm, die den Vorzug für mich besitzt, dass sie nicht lange neu bleibt.

Inzwischen werden die zu füllenden Leinwände immer größer und aus Qualitätsgründen stelle ich intern alles auf XDCAM EX um, um diese Reise im XDCAM System geht es in diesem neuen Blog. Aber auch so manches Zubehör kann hier noch vorgestellt werden, ich hoffe trotz dieser Systemeinschränkung bleibt dieser Blog informativ und lesenswert für eine breitere Leserschaft.

Achim, 23. Mai 2010
Wolfgang Winne